Reiseführer China
Jahrtausendealte Kultur und dynamische Moderne
China ist ein Land der Superlative: eines der ältesten Kulturräume der Welt, flächenmäßig fast so groß wie ganz Europa und Heimat von über 1,4 Milliarden Menschen. Zwischen Metropolen wie Shanghai oder Peking und den stillen Klöstern Tibets entfaltet sich eine faszinierende Vielfalt aus Geschichte, Natur, Religion, Küche und Alltagsleben.
Wer mit trendtours China bereist, taucht nicht nur in eine, sondern in mehrere unterschiedlichen Welten ein – denn das moderne China ist so facettenreich wie seine Geografie und so dynamisch wie seine Bevölkerung.
Geschichte und Kultur Chinas
China blickt auf über 5.000 Jahre Geschichte zurück. Die alten Dynastien – Shang, Zhou, Qin, Han – legten die kulturellen und politischen Grundpfeiler. Das erste zentralisierte Kaiserreich (Qin) initiierte den Bau der Chinesischen Mauer.
Im 19. Jahrhundert wurde das „Reich der Mitte“ durch die Opiumkriege, Kolonialismus und die sogenannte „Ära der nationalen Demütigung“ schwer erschüttert. Nach der Invasion durch Japan im Zweiten Weltkrieg folgte der Bürgerkrieg. Im Jahre 1949 rief Mao Zedong die Volksrepublik China aus.
Die Kulturrevolution (1966–1976) zerstörte viele kulturelle Wurzeln, doch seit den 1980er Jahren folgte ein wirtschaftlicher Aufstieg, bei dem Deutschland oft als Vorbild für Technologie und Ingenieurskunst galt. Heute findet China wieder zu seinen alten Traditionen und verbindet diese mit ultramoderner Technologie und Ambitionen.
Kulturelle Höhepunkte und Einflüsse
- Der Konfuzianismus prägt noch heute Werte wie Respekt, Familie und Bildung. Das Sprichwort “Zuerst vor der eigenen Haustüre kehren” trifft in China besonders zu, denn man mischt sich ungern in die Angelegenheiten anderer ein.
- Traditionelle Kunstformen wie Kalligrafie, Teezeremonien und Oper sind neben Hightech und Popkultur noch und wieder sichtbar. Besonders in Parks findet man die ältere Generation singen und tanzen, während die jüngere TikTok Videos drehen.
- Anmerkung: Besonders in den großen Städten herscht für viele Chinesen ein hoher Leistungsdruck, sodass auf den Bürgersteigen viel gehetzt wird. Leute die zur oder von der Arbeit kommen sowie Lieferdienste. Außerhalb dieser Kerngebiete ist es meistens sehr entspannt.
Feste
- Das chinesische Neujahrsfest ist der wichtigste Feiertag und ganz China reist, um die Familie in der Heimat zu besuchen. Es gilt als die größte Menschliche Migration der Welt.
- Das Drachenbootfest ist ein kleineres Fest im Süden, bei dem lokale Vereine oder Dörfer in Ruderwettbewerben gegeneinander antreten.
- Das Mondfest ist das zweite größere Fest in China und wird auch als Mittherbstfest bezeichnet.
- Nationalfeiertag ist der 1. Oktober, hier haben Chinesen einige Tage frei und verreisen oft.
Geografie und Klimazonen
Überblick über die wichtigsten Regionen
- Osten: Shanghai, Hangzhou und die Provinzen Zhejiang sowie Jiangsu sind die wirtschaftlich stärksten Regionen Chinas. In der östlichen Küstenregion finden sich viele große und moderne Städte, aber auch kulturelle Highlights wie die Gärten von Suzhou. Shanghai gilt als die Wirtschaftlich stärkste und wichtigste Stadt Chinas.
- Süden: Die südlichen Provinzen sind von tropischem Klima, Bergen und Küste geprägt. Yunnan, Sichuan und Guangxi bieten atemberaubende Natur und Tourismus, während Guangdong das Zentrum des globalen Handels ist. Guangzhou ist ein multikultureller Schmelztiegel mit Menschen aus der ganzen Welt.
- Zentral: Der Jangtse (Yangzi) und der Gelbe Fluss prägen Städte wie Wuhan, Nanjing, Chongqing und Xi’an. Hier finden sich viele historische Orte der alter Dynastien und Handelswege. Die Schluchten und Städte in den Bergen wirkt oft beeindruckend.
- Westen und Hochland: Tibet, Xinjiang und Qinghai sind karg, spirituell und von Minderheitenkulturen geprägt. Die Natur ist hier spektakulär und der Tourismus in diesen Gegenden wächst sehr stark. Die muslimische Bevölkerung bringt kulinarisch einzigartige Einflüsse.
- Norden: Peking, Qingdao & Harbin – hier herrscht kontinentales Klima mit klaren Jahreszeiten. Hier findet man viel große und historisch wichtige Städte, aber auch Groß-Industrie. Neben der Mauer gibt es hier viele weitere wichtige Orte der Chinesischen Geschichte.
Wetter und beste Reisezeiten
- Frühling (März – Mai): Ideal für Südchina. Großstädte von Shanghai bis Guangzhou, aber auch Nationalparks in Sichuan, Guizhou oder Yunnan. Gegen Mai beginnt die Regenzeit im Süden, von Yunnan bis Hong Kong fallen dann große Mengen an Regen die bis Oktober andauern.
- Sommer (Juni – August): Angenehm im Hochland wie Tibet, aber auch die perfekte Reisezeit für die großen Städten Nord-Chinas wie Peking oder Xi’An. Sehenswert sind auch die Städte an der Küste wie Qingdao oder Dalian im Sommer.
- Herbst (September – November): Beste Reisezeit für Zentral- bis Nord-China. Speziell für die Provinzen vor dem tibetischen Plateau wie Sichuan, da hier die Regenzeit endet und der Herbst beginnt. Das sorgt für eine beeindruckend schöne Natur und angenehm kühle Temperaturen.
- Winter (Dezember – Februar): Trocken und kalt im Norden, ähnlich dem europäischen Winter. Trocken und angenehm im Süden bei 5 - 20 grad je nach Region. Ideal ist hier die Provinz Hainan, eine tropische Insel ganz im Süden.
Essen und Trinken
Einführung in die chinesische Küche
Chinas Küche ist nicht eine, sondern viele. Essen ist im ganzen Land zentraler Bestandteil des Lebens und der eigenen Identität – sozial, kulturell und emotional. Essen und ist bei Chinesen das Nummer eins Gesprächsthema, so wie es bei uns die Gespräche über die letzte Autobahnfahrt sind. Die Balance zwischen Geschmack, Farbe, Konsistenz und Temperatur wird sehr geschätzt und die Neugier auf regionale Unterschiede ist groß.
Viele Gerichte wirken auf den ersten Blick vielleicht exotisch, beim genaueren Betrachten stellt man jedoch fest, dass es grundsätzlich nicht so fremdländisch ist wie man erwartet. Nudeln in Suppe, Gebratenes mit Reis, Eintöpfe und Gegrilltes sind typische Kompositionen der chinesischen Küche. Und keine Sorge, mit Ausnahme kleiner Minderheiten essen Chinesen keine Hunde und auch keine Insekten.
Unterschiede der regionalen Küchen
- Sichuan & Chongqing: Scharf mit viel Chili-Öl und Sichuan-Pfeffer. Gerichte wie Mapo-Tofu, Kalte Nudeln (Liang Pi) oder Hot Pot sind berühmt bis über die Landesgrenzen.
- Shanghai: Süßlich, mild, oft gedämpft. Beliebt sind Xiao Long Bao (gefüllte Teigtaschen) oder Nudelsuppen. Aufgrund der Nähe zur Küste viel Meeresfrüchte.
- Nordosten (Dongbei): Deftige Küche mit Teigtaschen und Eintöpfen. In Peking die berühmte Peking-Ente. In ganz China beliebt ist die Grill-Kultur aus Nord-China mit Spießen und Bier.
- Shaanxi (z. B. Xi’an): Nudeln mit Suppe oder ohne, Bratkartoffeln und Lammbrötchen. Viel mit Kreuzkümmel und gerne ein bisschen scharf. Einflüsse muslimischer Gewürzhändler der Seidenstraße sind deutlich sichtbar.
- Tibet: Yakfleisch, Buttertee & einfache Gerichte – vorzugsweise nahrhaft aufgrund der Höhenlage. Kulinarisch ausgepägter ist die Provinz Yunnan, mit Gerichten die eher an Thailand oder Myanmar erinnern.
- Kantonesisch: Mild & vielfältig – Dim Sum (meist Teigtaschen) oder auch Frühstückstee, Reisgerichte mit viel Gemüse. Gedämpfte Reisenudel-Rollen aber auch gebackene Ente sind einige der vielen Klassiker. Hier wird nicht scharf gegessen.
- Lanzhou: Legendäre „handgezogene Nudeln“ mit Rindfleischbrühe und Koriander. Man findet Sie in ganz China und Sie sollten Sie unbedingt probieren.
Typische Gerichte und Zutaten
Klassiker, die man überall im Land findet und die nicht zu exotisch sind.
- Der Klassiker: Tomate und Rührei vermengt und mit etwas Salz und Knoblauch gebraten. Meistens auf Reis oder Nudeln.
- Gedämpfte Brötchen (Baozi): gefüllt mit Fleisch, Pilzen, Gemüse oder auch süßer Füllung.
- Nudelsuppen: in etlichen Variationen mit Fleisch und Gemüse. Im Norden mit Weizen-, im Süden mit Reis-Nudeln.
- Im Wok gebratenes Gemüse mit oder ohne Fleisch: Dazu meistens Reis. Vegetarier oder Muslime sollten vorher fragen, welches Öl zum Braten benutzt wird, denn oft ist es Schweinefett.
- Grill-Restaurants: besonders Xinjiang Grill-Restaurants sind sehr beliebt. Lecker mariniertes und über Kohle gebratenes Fleisch oder Gemüse. Dazu gerne ein kaltes Bier.
- Snacks: Jian Bing (Herzhafter Pfannkuchen), Shou Zhua Bing (Blätterteig-Pfannkuchen mit Füllung), Tee-Eier und Gebäck in tausenden Varianten.
- Veganes Büfett: Oft findet man diese in unmittelbarer Nähe eines Buddhistischen Tempels. Die Auswahl ist oft groß und die Preise niedrig. Perfekt auf Reisen.
Essenskultur und Etikette
Gemeinsames Essen und die Bedeutung des Teilens
Chinesen essen in der Gruppe. Alle Gerichte kommen in die Mitte des Tisches und jede*r greift mit eigenen Stäbchen zu. Teilen ist Ausdruck von Verbundenheit, hat aber auch praktische Gründe. So kann man einfach mehr verschiedenes probieren.
Verwendung von Stäbchen und Tischmanieren
Stäbchen sind Standard. Gabeln gibt’s selten – nur in Touristenhotels. Tipp: Faltbares Reisebesteck mitnehmen. Wichtig ist es auch, die Stäbchen niemals Hochkant in den Reis zu stecken – das erinnert an Opfergaben!
Trinkwasser und Getränke
Wasser: Nicht aus dem Hahn trinken! Flaschenwasser aus kleinen Supermarktketten wie 7/11 ist sicherer als Straßenstände, da diese auch abgekochtes Leitungswasser verwenden könnten.
Beliebte Getränke: Tee (grün, Oolong, Jasmin, aber auch Blütentee), Bai Jiu (Reisschnaps), Tsingtao-Bier, Milchtee & süßer Zitronen-Eistee.
Tipps zum sicheren Genuss von Straßenessen
Essen aus kleinen Garküchen ist frisch vor Ort zubereitet, während Restaurant-Ketten oft auf Fertigprodukte zurückgreifen. Die Anzahl der Gäste ist oft ein wertvoller Indikator.
Kulturelle Etikette und Kommunikation
Gesellschaftliche Normen
- Direkt, aber freundlich. Besonders junge Chinesen sind in den meisten Fällen erst sehr zurückhaltend, dann aber oft überschwänglich freundlich.
- Lautstärke in der Öffentlichkeit wird anders bewertet – oft ist es lebhafter als in Europa.
Umgang mit Missverständnissen
Humor hilft! Beim Anstoßen das eigene Glas tiefer halten als das des Gegenübers als Zeichen von Respekt. Oft wird daraus dann ein freundschaftlicher Wettkampf, bis beide Gläser fast den Boden berühren. Nach einem gemeinsamen Essen wird oft eine Person „unbemerkt“ die Rechnung übernehmen. Es sei denn die Rechnung ist sehr hoch.
Sprachkenntnisse
Grundbegriffe auf Mandarin helfen:
- 你好 (Ni Hao - betont wie: Ni Hau) – Hallo
- 谢谢 (Xie Xie - betont wie: Schje Schje) – Danke
- 是 (Shi - betont wie ein Sch) - Ja
- 要 (Yao – betont wie Yau) - Ja möchte ich bzw. Brauche ich.
- 不要 (Bu Yao - betont wie: Bu Yau) – Nein, danke bzw. brauche ich nicht
- 不辣 (Bu La) - Nicht Scharf
- 我 (Wo - lang betont wie: Woh) - Ich
- 德国人 (De Guo Ren – betont wie: Dä Go Len) - Deutscher
- 洗手间 (Xi Shou Jian – betoont wie: Xi Scho Jän) - Toilette
Bezahlen und Finanzen
Währung: Renminbi (RMB)
1 Yuan = 10 Jiao = 100 Fen. Münzen sind selten, Scheine verbreitet. Große Scheine (100 RMB) können manchmal nicht gewechselt werden. Z.b. an den Automaten von Metro-Stationen.
Karten und Apps
- Ausländische Karten wie Master oder Visa werden in Geschäften kaum akzeptiert. Lediglich in großen Hotels oder Flughäfen.
- Barzahlung kann in kleinen Shops schwierig sein. Geschäfte sind aber gesetzlich verpflichtet Bargeld anzunehmen und Rückgeld zu geben.
- WeChat ist die "Super-App" Chinas und kann neben Bezahlung auch für Kommunikation, den Kauf von Tickets oder Bestellungen dienen.
- Alipay ist hauptsächlich ein Zahlungsanbieter mit weniger Funktionen als WeChat. Ideal für Touristen – Registrierung ist mit Reisepass möglich und Master/Visa Karten lassen sich problemlos verbinden. In vielen Städten bietet Alipay auch günstige Leihräder (HelloBike).
Wechselstuben & Geldautomaten
- Nur offiziell lizenzierte Stuben nutzen (Logo beachten)
- Geldautomaten and Flughäfen, Bahnhöfen oder Bankfilialen funktionieren meist auch mit Visa oder MasterCard. Maestro-Karten werden so gut wie nirgends akzeptiert.
Kommunikation: SIM-Karten & Internet
SIM-Karten
- Kauf bei China Mobile, China Unicom oder China Telecom Geschäften.
- eSIM über ausländische Mobilfunkanbieter unterliegen nicht der Zensur.
Mobiles Internet
- Facebook und Google sind gesperrt, inklusive aller Anwendungen der Konzerne.
- VPN helfen diese Sperre zu umgehen, sind aber offiziell verboten.
Nützliche Apps
- Übersetzung: DeepL, Google Translate (Offline)
- Karten: Amap (englische Version verfügbar). Google hat seine Maps in China eingestellt.
- Messenger & Bezahldienst: WeChat
Transport und Orientierung
Öffentliche Verkehrsmittel
- Die U-Bahnen sind topmodern und existieren meist auch in kleineren Städten. Meist ist die U-Bahn der effizienteste und schnellste Weg von A nach B.
- Metro- und Bustickets gibt es digital über Alipay, sowie physisch an Automaten. Zudem als Karte in Geschäften oder in den Stationen wieder aufladbar.
- Zugtickets sind online oder am Schalter mit Reisepass erhältlich. Sitzplatz mit inbegriffen. Bahnhöfe sind oft riesig, mit Sicherheitskontrollen ähnlich wie an Flughäfen.
Taxis & Apps
- Über die App "Didi" (wie Uber) sowie der Karten-App "amap" können Sie direkt ein Taxi rufen. Dies ist meistens günstiger, denn die Preise sind festgesetzt.
- Vorsicht bei illegalen Taxen an Bahnhöfen. Nutzen Sie explizit ausgeschriebene Taxis oder Fahrservice-Haltezonen.
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